Es handelt sich nicht um Viktor Navorski aus dem Spielfilm "Terminal" von Steven Spielberg, was auf dem Flughafen Teneriffa Süd zu sehen ist.

Gut ein Dutzend Personen leben dort in der Halle oder in der unmittelbaren Umgebung des Flughafens.
Einige, um durch Betteln doch noch ein Flugticket kaufen zu können, andere schlichtweg, um ein Dach über dem Kopf zu haben.

Vier von ihnen, drei Canarios und ein Argentinier, leben schon seit Jahren dort.

Francisco, einer von ihnen, sagt, hier hätten sie wenigstens eine warme Unterkunft, sie brauchen nicht zu frieren, hätten ein WC und einen Arzt, der sie im Notfall behandeln könnte.

Dies ist ein weiteres Bild der Armut mitten unter uns, für die kein Hoffnungsschimmer zu sehen ist, aber es sind nicht die einzigen auf der Insel, in Granadilla, der Gemeinde mit den meisten Hausbesetzern auf Teneriffa, übernachten in El Medano einige Obdachlose in den Vorhallen der Banken, oder in anderen Gemeinden wie Adeje in Höhlen oder auf Bänken oder direkt am Strand.

Zunahme der Obdachlosen, die von Caritas beanstandet wird, bestärkt die Hilfsorganisation zum wiederholten Male darin, dass es eine Unterkunft für Obdachlose in Los Cristianos geben muss, ähnlich wie die einzige in Santa Cruz mit Platz für 100 Personen, die dort einen Schlafplatz bekommen sowie drei warme Mahlzeiten pro Tag.

Die Bürokratischen Hürden und die Konkurrenz zwischen den einzelnen Institutionen verhindern bisher, dass die Unterkunft gebaut wird.

Vor zwei Jahren war das Ayuntamiento von Arona mit Elan bei der Sache, nachdem in einem außergewöhnlich kalten Winter drei Obdachlose gestorben waren.
Nun, zwei Jahre später, ist außer dem guten Willen nicht mehr viel davon übrig.
Es gibt sogar noch mehr Obdachlose in der Gemeinde und in anderen Gebieten im Süden von Teneriffa, man geht von einer Zunahme von 15% aus, diejenigen, die am Strand schlafen, noch nicht einmal mitgezählt.

José Antonio Díez von der Caritas hat eine "Verfolgung" der Odachlosen ins Leben gerufen, um sich einen genauen Überblick über die Situation zu verschaffen.

Bei den Obdachlosen am Flughafen handelt es sich laut Diez entweder um Ausländer, die Geld erbetteln, um auszureisen oder, wie bei den vier erwähnten, um Langzeit-Bewohner, oft mit mentalen Problemen oder in einer Abhängigkeit befindend.

Man hätte ihnen angeboten, in Granadilla unterzukommen in der Einrichtung der Caritas, welche 16 Personen versorgen könnte.
Aber es sei schwierig, die Odachlosen zu überreden, oft wollen sie sich nicht an feste Abläufe einlassen oder Kontakt zu anderen aufnehmen, sie würden sich laut eigener Aussage am Flughafen wohlfühlen.

Diez bedankt sich auch bei den Mitarbeitern des Flughafens, die Auffälligkeiten der Obdachlosen an die Caritas melden, so hätte man die Betroffenen in einer Art Überblick.
Es hätte auch Beschwerden durch Flughafenangestelle gegeben, dass der Flughafenbetreiber AENA die Obdachlosen schon mehrfach mit Nachdruck "gebeten" hätte, den Flughafen zu verlassen, was aber ohne richterliche Anordnung nicht möglich ist, weil es sich um einen öffentlichen Bereich handle.

AENA widerspricht solchen Anschuldigungen.

Die Obdachlosen halten sich fast ausschließlich im Abflugbereich im rechten Teil des Flughafens auf, gleich bei den Toiletten.


AENA betont, dass man keine Handhabe gegen die Obdachlosen hätte außer bei Störungen oder Belästigungen oder, wenn es Probleme mit der Gesundheit gäbe, es hätte in den letzten Jahren aber keinerlei Vorfälle gegeben.

AENA versucht nach der Identifizierung der Obachlosen lediglich, Kontakt mit den Botschaften aufzunehmen im Falle von Ausländern oder bei Einheimischen mit dem Sozialamt in Granadilla.

Das Problem mit Obdachlosen auf den Flughäfen ist aber ein weit verbreitetes, so gibt es in Las Palmas gut 30 von ihnen und auch auf anderen Flughäfen wie Madrid und Barcelona leben etliche Obdachlose, in Madrid wird ihre Zahl auf gut 40 geschätzt, in Barcelona gut 20.
In Barcelona gibt es zudem immer wieder Auseinandersetzungen zwischen den Obdachlosen und der Security, die dort von der Flughafenleitung aufgefordert worden ist, den Obdachlosen das Leben auf dem Flughafen unmöglich zu machen.

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