Barranco Seco bei Pta. del Hidalgo

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    #1

    Barranco Seco bei Pta. del Hidalgo

    Liebe Teneriffa-Wandergemeinde,

    Hier hätte ich einen neuen Wandervorschlag für den Bco. Seco (der erste Bco. östlich Pta. del Hidalgo):

    Am Verkehrskreisel am östlichen Ende von Pta. geht man hinunter Richtung Meer und biegt aber gleich an der letzten Bananenplantage rechts vom Strässchen ab und gelangt so in den Bco. Seco, der bald mit einer Brücke gequert wird. Auf der linken Bco.-Seite findet sich eine Schotterpiste, die man nun immer weiter bco-einwärts geht (Richtung Süden). Nach ca. 350 m passiert man 2 Pumphäuser o.ä. linker Hand. Nun geht es auf der Bco-Sohle immer weiter in das Tal hinein. Ohne Weg aber alles recht einfach machbar, weil offene Vegetation (botanisch im übrigen höchst interessant, aber das ein anderes mal): man bleibt einfach immer auf der sich dahinschlängelnden Talsohle, passiert Sandbänke, kleine Regenwasserpools, Felsenpartien ohne Mühe. Nach viell. weiteren 400 m muß man einen meist ausgetrockneten kleinen Wasserfall (4 m) erklimmen bzw. links oberhalb durch den Sukkulentenbusch umgehen und geht weiter auf der Talsohle. Die Barancowände kommen rechts und links immer näher. Schließlich geht man auf der rechten Seite an einer leicht überhängenden Wand (schattig, ca. 50 m) geschützt weiter. Eine Rosenschere ist nun günstig, um Brombeerranken abzuschneiden, aber entlang der schattigen Wand ist ein Durchkommen. Es wird immer schmaler (3-6 m) !! Aber gangbar (wenn man mal von den Ranken absieht, die abzuschneiden sind). Wenn dann das Ende quasi erreicht ist, die Ranken immer dichter werden und man befürchtet, wieder zurück gehen zu müssen, weil es beim besten Willen nicht mehr weiter geht... ist linker Hand ein mit hohem Adlerfarn bewachsener Hang mit etwas weniger steiler Flanke. Unter dem Farn entdeckt man mit etwas Gespür Erdstufen nach oben ! Nach wenigen Metern aufwärts wird der Farn niedriger und die Stufen massiver ! Es sind alte, recht flache Steinstufen (wohl von den Guanchen in das Tuffgestein gehauen ?) und die Stufen erklimmen in wunderbarer Weise die Hangflanke und nach weiteren ca. 5-6 Minuten nach oben wird dann aus den Stufen ein offener Stein-Pfad (vielleicht 100 m über der Talsohle), der gemütlich weiter nach Süden auf gleicher Höhe führt. Bald sieht man in der Ferne auch einzelne Häuser. Nach weiteren viell. 500 m erkennt man ca. 40 Höhenmeter unterhalb eine kleine, kaum 1 m hohe gemauerte Staumauer ohne Wasser dahinter. Dies ist der ehemalige Stauraum für die berühmte Wasserleitung(swanderung) oberhalb von Pta. ! Und hier, auf der breiten Mauer wieder auf die andere Talseite wechselnd, beginnt der bekannte, spektakuläre Wanderweg auf der Wasserleitung talauswärts nach Pta.!! (Diesen Teil des Weges brauche ich nicht zu beschreiben; er steht in jedem Wanderführer).
    Wenn man also diese Staumauer erkennt (rechts etwas unterhalb vom eben beschriebenen Guanchenpfad) muß man sich diese 40 Höhenmeter am Hang nach unten bemühen (weglos aber übersichtlich). Zu testen wäre auch, diesen Pfad weiter zu verfolgen auf der Höhe...

    Wir sind diesen Rundweg 2 mal in verschiedenen Jahren gegangen. Er ist einfach sagenhaft und etwas abenteuerlich !!! Er ist im Gelände am ehesten zu finden in der Richtung, wie ich ihn beschrieben habe. Schwindelfrei sollte man schon sein, aber dann sinds wahrlich unvergessliche Eindrücke ! Natürlich ist Trinkwasser, etwas Proviant, lange feste Hose, gutes Schuhwerk und besagte Rosenschere erforderlich. Zeit: gesamter Weg ca. 5 Std.

    Bin gespannt auf Eure Berichte !

    Beste Grüße von
    retama

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    #2
    Ganz herzlichen Dank für Deine Mühe, Retama. Wir sind immer auf der Suche nach interessanten Touren. Hast Du denn zufällig die Route auch aufgezeichnet? Irgendwelche GPS Daten??? Ist die Route auf Wikiloc zu finden???
    Ich habe mir Deine Zeilen gerade ausgedruckt, aber so digitale Unterstützung finde ich immer hilfreich.

    Liebe Wandergrüße
    Palito
    Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum !

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      #3
      Nein, leider habe ich keine digitalen GPS-Daten aufgenommen (mache ich das nächste Mal, wenn ich wieder in Teneriffa bin). Und in Google Earth (sonst höchst hilfreich für die Voransicht von Wanderungen !! (rate ich jedem)) ist der Barranco so eng und die Flanken so steil, daß man damit nicht sicher den Weg im hinteren Barrancogrund verfolgen kann.

      Also, diese einst wohl vom Bachwasser ausgewaschene, schattige. lange Hohlkehle auf der rechten Seite ist wichtig. Danach sinds vielleicht nur noch 70-80 m Talgrundstrecke bis zum Aufstieg über die Stufen.
      Weil der Pfad praktisch nie begangen wird, wuchern die Brombeeren halt. Erst wenn jedes Jahr wenigstens ein bis zweimal die Ranken geschnitten werden, wirds einfacher. Aber nur unten ist das Wuchern der (einst auf die Insel eingeführten) Brombeeren ein Problem. Auf dem Steinpfad dann überhaupt nicht mehr.

      Also viel Erfolg !!

      retama

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        #4
        Google-Earth-Bild des Einstiegs in den Bco. seco

        Hier ein Google-Bild (Sicht von Norden nach Süden), wie man in den Bco. seco gelangt. Am Ende der roten Linie (Weg) sieht man auch die beiden erwähnten Pumphäuschen. Rechts und unten: der Ort Punta del Hidalgo.
        Der Ort zieht sich spitz zulaufend den Hang hinauf. Dort oben gelangt man dann auch von der Wassserleitungswanderung zurück.

        Beste Grüsse
        retama
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          #5
          So!! Wir kommen gerade von der Tour zurück und wollten kleines Feedback geben.

          Die Tour ist wirklich sehr schön und abenteuerlich. Der Einstieg und die Strecke im Flußbett ist nach der oben erstellten Beschreibung gut zu finden. Nochmals Danke für die Mühe der vielen Zeilen.

          Eine (bzw. zwei) Rosenscheren sind unverzichtbar!!! Ebenso feste Handschuhe.

          Richtig schwer wurde es aber erst beim Ausstieg aus den Flußbett, also bei den beschriebenen Stufen der Guanchen. Der Weg nach oben, aber auch immer wieder dann im waagrechten ist so zugewachsen gewesen, daß man kaum durchkommt, oft seine Schritte nicht setzen kann. Wir waren oben und unten zerschrammt und blutig, bis wir zu einen Abschnitt kamen, wo anscheinend von oben stark Wasser runtergelaufen ist und /oder auch Steinlawinen. Ab dort fanden wir keinen Weiterweg mehr, so verschüttet und verwachsen war alles. Wir gingen dann diesen Lawinenabgang nach unten, wieder in den Barranco und kletterten dann auf der anderen Seite zum Kanal hoch. Dabei hat es uns fast erwischt, denn von oben kamen plötzlich Steine runter und ein großer verfehlte nur knapp meine Freundin.

          Mein Fazit: wirklich anspruchsvolle Tour, die man aber wirklich nur sehr gut ausgerüstet machen sollte und auch Lust auf Risiko haben sollte. Ich persönlich würde sie nicht nochmals machen wollen, der Wildwuchs ist wirklich zu stark, zumindest in dieser Jahreszeit.

          Ich stelle mal ein paar Fotos noch rein.

          Viel Spaß
          Palito
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          Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum !

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            #6
            @ Palito: hast Du jetzt die GPS-Daten aufgezeichnet?
            Gruß, Wolfgang
            Besucht mich bei: http://www.wandern-auf-teneriffa.de

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              #7
              Danke sehr, Palito, für Deinen Routen-Bericht !! Dass es so gefährlich wurde, hat mir fast die Sprache verschlagen ! Vor allem, daß Ihr dann auf die andere Talseite gewechselt seid ! Gut, daß Ihr halbwegs gesund zurückgefunden habt !
              Ich vermute aber, daß Ihr den Aufstieg in den (in Gehrichtung) linken Hang nicht richtig gefunden habt, so wie Du die Tour beschreibst. Denn so schlimm waren meine beiden Begänge der Tour nicht gewesen, ganz im Gegenteil.
              Nun gut, im Moment sollte an evtl. die Finger davon lassen.

              Im nächsten März-April veranstalte ich wieder eine Botanische Exkursion unseres Lehrstuhls (Uni Bayreuth) mit Standquartier Pta. del Hidalgo. Dann werden wir wieder die Tour mit unseren Studenten begehen und eine Sprühflasche weißer Farbe mitnehmen sowie GPS-Geräte, um den Einstieg in den Aufstieg zu markieren. Sowie mehrere Rosenscheren für die Brombeeren.

              Euch alle guten Wünsche !
              retama

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                #8
                Zitat von Retama Beitrag anzeigen
                Danke sehr, Palito, für Deinen Routen-Bericht !! Dass es so gefährlich wurde, hat mir fast die Sprache verschlagen ! Vor allem, daß Ihr dann auf die andere Talseite gewechselt seid ! Gut, daß Ihr halbwegs gesund zurückgefunden habt !
                Ich vermute aber, daß Ihr den Aufstieg in den (in Gehrichtung) linken Hang nicht richtig gefunden habt, so wie Du die Tour beschreibst. Denn so schlimm waren meine beiden Begänge der Tour nicht gewesen, ganz im Gegenteil.
                Nun gut, im Moment sollte an evtl. die Finger davon lassen.

                Im nächsten März-April veranstalte ich wieder eine Botanische Exkursion unseres Lehrstuhls (Uni Bayreuth) mit Standquartier Pta. del Hidalgo. Dann werden wir wieder die Tour mit unseren Studenten begehen und eine Sprühflasche weißer Farbe mitnehmen sowie GPS-Geräte, um den Einstieg in den Aufstieg zu markieren. Sowie mehrere Rosenscheren für die Brombeeren.

                Euch alle guten Wünsche !
                retama
                Das mit dem markieren mit weisser Farbe finde ich gar keine gute Idee. Was ist wenn alle ganz nach ihrem Gutdünken Markierungen anbringen?

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                  #9
                  Du hast völlig Recht, enrique: wenn das alle täten wäre es unerträglich.
                  Ich würde nur am Einstieg in den Aufstieg einen abgeknickten weißen Pfeil anbringen. Thats all.
                  Das könnte man doch vertreten, oder ? Vor allem, um Gefahren der freien Wegsuche zu vermeiden.
                  Die Markierung wird nach 3-4 Jahren wegwittern, aber durch die dann häufigeren Begehungen würde der Pfad wieder deutlicher werden.

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                    #10
                    Retama Wege markieren ist eigentlich Sache der zuständigen Behörden. Wanderer müssen doch nicht überall durch dies meine Ansicht.
                    Könnte es sein das diese Strecke botanisch sehr interessant ist? Wenn ja dann lasse dort die Natur in Ruhe.
                    Grüsse enrique48

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                      #11
                      Zitat von kieckbusch Beitrag anzeigen
                      @ Palito: hast Du jetzt die GPS-Daten aufgezeichnet?
                      Gruß, Wolfgang
                      Asche auf mein Haupt. Sorry, aber mein blödes Smartphone, besser gesagt die Software wollte nicht so wie ich, hat sich immer aufgehängt. Muß heute alles nochmals raufladen.

                      Hätte Euch ja auch nur teilweise geholfen, da ich Tour ja abgebrochen habe.
                      Liebe Grüße
                      Palito
                      Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum !

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                        #12
                        Zitat von Retama Beitrag anzeigen
                        .......Ich vermute aber, daß Ihr den Aufstieg in den (in Gehrichtung) linken Hang nicht richtig gefunden habt, so wie Du die Tour beschreibst. Denn so schlimm waren meine beiden Begänge der Tour nicht gewesen, .....
                        Hallo Retama
                        Haben wir auch schon überlegt. Aber wie Du auf meinen einen Foto erkennen kannst, sind wir den Weg mit den sehr markanten Stufen die ganze Zeit gegangen, sicherlich 20 - 30 min, incl. Büsche schneiden.. Ich kann aber nicht ausschliessen, daß wir auf Grund der Vegetation irgendwann diesen Weg verlassen haben. Abgebrochen haben wir an der Stelle, als wir auf der linken Seite des Hanges auf gleicher Ebene wie der Wasserkanal auf der rechten Seite des Barrancos waren. Durch den Erdrutsch / Wasserlauf konnte man gut, also ohne Gestrüpp -runterrutschen.

                        Egal, war trotzdem ein Erlebnis.
                        Liebe Grüße
                        Palito
                        Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum !

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                          #13
                          ist dieser Weg in OSM eingezeichnet ?
                          z.B. auf http://www.wanderreitkarte.de/ ?
                          "Wer gegen das Endliche zu ekel ist, der kommt zu keiner Wirklichkeit sondern er verbleibt im Abstrakten und verglimmt in sich selbst."

                          "Massenterme sind in der Lagrange-Dichte nicht invariant unter lokaler Phasentransformation!
                          "

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                            #14
                            Zitat von Retama Beitrag anzeigen
                            Im nächsten März-April veranstalte ich wieder eine Botanische Exkursion unseres Lehrstuhls (Uni Bayreuth) mit Standquartier Pta. del Hidalgo. Dann werden wir wieder die Tour mit unseren Studenten begehen und eine Sprühflasche weißer Farbe mitnehmen sowie GPS-Geräte, um den Einstieg in den Aufstieg zu markieren. Sowie mehrere Rosenscheren für die Brombeeren.
                            Schade, etwas zu spät für mich. Mir scheint, dass der Pfad erst mit einem Eintrag in OSM einigermaßen begehbar. Ich habe schon versucht, anhand der Beschreibungen den Pfad auf OSM nachzuverfolgen. Bringt nichts.

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